Ratgeber: Ein Wohmobil mieten

Ferien mit dem Wohnmobil sind beliebter denn je: Wurden 2012 noch 24.062 Wohnmobile neu zugelassen, waren es 2016 laut Kraftfahrtbundesamt bereits 35.135 – das ist ein Plus von 46 Prozent. Auch der Markt der Miet-Wohnmobile wächst stetig. Wer in den Sommerferien fahren will und auf ein bestimmtes Modell festgelegt ist, muss dabei frühzeitig buchen – am besten sechs Monate, bevor der Urlaub beginnt, rät der ADAC. Aber auch jetzt gibt es noch genügend Wohnmobile für die Hochsaison – Flexibilität bei Fahrzeug und Zeitraum ist dabei hilfreich.

In der Regel sind für Zeiträume von mindestens einer Woche mietbar. In der Nebensaison ist unter Umständen eine kürzere Mietdauer möglich. Ab drei Wochen gibt es oft Rabatte für Langzeitmieten. Im Idealfall sind im Wohnmobil feste Schlafplätze für jeden Mitfahrer vorhanden. Zwar kann man zum Beispiel den Tisch meist zum Bett umfunktionieren, auf Dauer ist das aber oft unbequem und der ständige Umbau kostet Nerven. Miet-Wohnmobile verfügen in der Regel nicht über Kindersitze. Diese sind am besten selbst mitzubringen und vor Ort einzubauen. Allerdings gehört eine Isofix-Verankerung bisher in Wohnmobilen nicht zur Standard-Ausstattung.

Für die Übergabe des Wohnmobils sollte genügend Zeit eingeplant werden. Es dauert zwischen 30 Minuten und einer Stunde, bis sich der Mieter zum Beispiel mit Gas, Toilette oder Markise vertraut gemacht hat. Ratsam ist ein penibler Rundgang um das Fahrzeug, um vorhandene Schäden zu protokollieren und bestätigen zu lassen, damit es hinterher keinen unnötigen Äger gibt. Auch das Dach sollte dabei auf keinen Fall vergessen werden. Neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung kann zwischen Vollkasko- und Teilkasko (meist mit Selbstbeteiligung ab 1.500 Euro) gewählt werden. Der Eigenanteil lässt sich mit einer Selbstbehaltversicherung auf 200 bis 250 Euro reduzieren. Für Reisen sind zudem immer ein Auslandskrankenschutz und eine Reiserücktrittskosten-Versicherung zu empfehlen.

Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil mietet, muss sich bewusst sein, dass es deutlich breiter ist als ein Pkw, was leicht zu Rempeleien mit Schrammen und Dellen führt. Ganz wichtig: Vor einem Tunnel aus sollte aus Sicherheitsgründen keinesfalls überholt werden. Fährt ein Lastwagen hier neben einem Wohnmobil, entsteht ein gefährlicher Unterdruck, der beide Fahrzeuge zueinander hinzieht, warnt der ADAC. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen muss vor der Anmietung außerdem überprüft werden, ob der eigene Führerschein dafür gültig ist.

Im Wohnmobil gilt der Grundsatz „Reisen statt rasen“. Eine Reisegeschwindigkeit zwischen 90 und 110 km/h schont Nerven und – dank des geringeren Verbrauchs – auch den Geldbeutel. Im Durchschnitt verbrauchen Wohnmobile nach ADAC-Angaben neun bis 14 Liter Diesel pro 100 Kilometer.

Wer sein Wohnmobil nicht vom professionellen Vermieter, sondern von einer Privatperson mietet, muss darauf achten, dass es als Selbstfahrervermietfahrzeug zugelassen ist – sonst sind sämtliche Versicherungen bei einer Vermietung ungültig. (ampnet/jri)

Bildquelle

  • Ratgeber: Wohnmobil mieten: ADAC

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