Fahrbericht Suzuki Ignis – Neues bei den Minis

Fahrbericht Suzuki Ignis 2017

Die einen sprechen von Minis, die anderen von Kleinstwagen oder vom A-Segment– und Suzuki von Micro-Car. Genauer gesagt vom Micro-SUV (die britischen Marketringstrategen vom Ultra Compact SUV). Gemeint ist der Suzuki Ignis. Der alte Modellname wurde reaktiviert und bezeichnet nun ein komplett neues Modell. Es fährt die klassenüblichen 3,70 Meter Länge auf – ansonsten ist alles aber eher ein wenig anders. So sprach der japanische Hersteller bei der Pressepräsentation sogar davon, dass das Auto ein eigenes Segment gründe.

Keine Frage, der Kleine fällt auf. Das gilt für das Design ebenso wie für das Interieur. Trotz seiner geringen Größe leistet sich der Ignis ein Schrägheck. Dazu kommen ein paar gestalterische Gags wie eine Kerbe in der seitlichen Motorhaubenkante und drei Sicken in der C-Säule, die sich auch an der Mittelkonsole wiederfinden. Suzuki sieht darin eine Hommage an das kleine Coupé Cervo aus den 1970er-Jahren. Das gilt auch für die etwas überproportiniert wirkenden Frontscheinwerfer mit den den Kühlergrill verlassenden U-förmigen Tagfahrleuchten.

Im Test: Suzuki Ignis 2017
Im Test: Suzuki Ignis 2017

Innenraum Suzuki Ignis

Hübsch anzusehen ist auch der Innenraum. Es ist schwarz-weiß (außer Basis) gehalten und je nach Außenlackierung mit orange- oder titaniumfarbener Einfassung von Mittelkonsole und Türinnengriffen versehen. Im Zubehör stehen dann noch weitere Farbtöne zur Wahl. Passend dazu gibt es auch Dekorstreifen für die Karosserie, die außerdem auch in zweifarbiger Variante mit schwarz lackiertem Dach bestellt werden kann. Wohltuend aus dem üblichen Rahmen fällt außerdem die dosenförmige Klimaanlageneinheit mit ihren sieben und alten Kippschaltern nachemfundenen Wipptasten. Verschenkt wurde leider die Aushöhlung im Armaturenbrett oberhalb des Handschuhfachs. Hier fehlt nur eine kleine Stoppkante und schon könnte man sie wenigstens als Ablage für Kleinigkeiten wie einen Kugelschreiber oder ähnliches benutzen. So aber erfüllt sie keinen Zweck außer Zierde.

Suzuki Ignis 2017 Innenraum
Suzuki Ignis 2017 Innenraum
Suzuki Ignis 2017 Innenraum
Suzuki Ignis 2017 Innenraum

Trotz seiner kurzen 3,70 Meter bietet der Neuling auch im Fond bei überdurchschnittlichen 267 Litern Kofferraumvolumen erstaunlich viel Beinfreiheit. Dadurch hat die Verschiebbarkeit der beiden hinteren Einzelsitze in den beiden höchsten Ausstattungsstufen mehr als nur Alibifunktion. Dennoch hätten der Flexibilität komplett umklappbare Sitze besser getan (erinnert sei hier unter anderem an den in dieser Hinsicht vorbildlichen Daihatsu Sirion), denn so bleibt nach dem Umlegen der Rückenlehnen ein gewaltiger Absatz.

Suzuki Ignis 2017 Kofferraum
Suzuki Ignis 2017 Kofferraum

Zumindest oberhalb der Basisversion – für die Suzuki mit einem Verkaufsanteil von fünf Prozent rechnet – geizt der Ignis weder mit Komfort- noch Sicherheitsausstattung. Das reicht vom tabletartig integrierten Sieben-Zoll-Touchscreen samt Smartphone-Anbindung bis zum kameragestützten Notbremsassistent und Spurverlassenswarner. Das brachte dem Micro-SUV gerade auch fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (für die Basisversion gab’s drei).

Aber auch beim Fahrverhalten verdient sich das Kleinst-SUV mehr als nur ein Sternchen. Die 66 kW / 90 PS des 1,2-Liter-Motors haben mit den nicht einmal 900 Kilogramm (samt Fahrer) keine großen Schwierigkeiten. Zwischen 2.000 und 3.000 Umdrehungen in der Minute geht es im Alltag gut voran, und selbst auf der Autobahn bringt der Ignis im fünften und letzten Gang zumindest bis 140 km/h noch ausreichend Durchzug mit. Sein maximales Drehmoment erreicht er allerdings erst bei 4.400 Umdrehungen in der Minute, wenn der Vierzylinder auch ein wenig brummig wird. Dank weich zu schaltendem Getriebe und nicht allzu großer Wankneigung darf man ruhig etwas beherzter fahren. Doch Vorsicht; Die schwachen Bremsen und die doch recht harte Federung können das Fahrvergnügen schnell wieder zunichte machen.

Im Test: Suzuki Ignis 2017
Im Test: Suzuki Ignis 2017

Preise Suzuki Ignis

Wahlweise kann der Motor auch als Mildhybrid (nur Topausstattung) bestellt werden, Dann lassen sich in der Normmessung 0,3 Liter pro 100 Kilometer einsparen. Ohne Start-Stopp-System und elektrischen Unterstützung sind es 4,6 Liter. Bei der ersten Ausfahrt gab der Bordcomputer akzeptable 5,4 Liter an. Wer den Mildhybrid SHVS wählt, der muss allerdings (zumindest in Deutschland) auf den automatischen Allradantrieb verzichten, den Suzuki für die beiden oberen der vier Ausstattungslinien sowie die beiden gut ausgestatteten Einführungsmodelle Intro Edition (ab 14.210 Euro) und Intro Edition+ anbietet. Immerhin bringt der Ignis auch 18 Zentimeter Bodenfreiheit mit.

Suzuki Ignis 2017
Suzuki Ignis 2017

Zu haben ist der kleine Lifestyler ab 14. Januar 2017. Los geht es bei 11.990 Euro, wobei selbst die Grundversion für 1.000 Euro extra mit dem Assistenzsystem inklusive Müdigkeitwarner ausgestattet werden kann. Suzuki rechnet damit, dass etwa jeweils 40 Prozent der Kunden zum Ignis Comfort und Comfort+ greifen werden. Die übrigen 15 Prozent verbleiben dann für den Club. Rund 5.000 Käufer soll das Mini-SUV, das als erstes seiner Art frischen Wind ins A-Segment bringt, im ersten Jahr finden. (ampnet/jri)

Fahrbericht Suzuki Ignis 2017
Fahrbericht Suzuki Ignis 2017

Technische Daten Daten Suzuki Ignis Comfort+

Länge x Breite x Höhe (in m)): 3,70 x 1,66 x 160
Radstand (m): 2,44
Motor: R4-Benziner, 1.242 ccm
Leistung: 66 kW/ 90 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment: 120 Nm bei 4400/min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,2 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter
CO2-Emissionen: 104g/km
Leergewicht / Zuladung: 885 kg / max. 445 kg
Kofferraumvolumen: 267–1.097 Liter
Bodenfreiheit: 188 mm
Wendekreis: 9,4 m
Reifen: 175/60 R16
Preis 16.240 Euro

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